Die Venedig Resolution
24.06.2008
Wissenschaftler rufen dringend nach grösserer Vorsorge,
um die Gesundheit vor den allgegenwärtigen Schäden durch
EMF-Exposition zu schützen, bis biologisch begründete
Richtlinien in Kraft sind.
Von Elisabeth Kelley, ICMS
Management Sekretariat
Deutsche Übersetzung: Evi
Gaigg, Diagnose-Funk
Die International Commission for Electromagnetic Safety, eine
wissenschaftliche Organisation, die sich aus besorgten
Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammensetzt, ruft in einem
dringenden Appell zu mehr Schutz für die Gesundheit und
Sicherheit vor EMF-Gefahren auf. Die Venedig-Resolution wurde
zunächst von 47 Wissenschaftlern, von denen jeder an
vorderster Front in seinem Fachgebiet Forschungen über
elektromagnetische Felder und Gesundheit durchführt,
unterzeichnet. Die Wissenschaftler halten fest, dass die derzeitige
epidemiologische Beweislage bezüglich schädlicher
Auswirkungen von EMF stärker ist als je zuvor, und sie nehmen
Anstoss an den Behauptungen der drahtlosen Kommunikationsindustrie,
es gebe keinen glaubhaften wissenschaftlichen Beweis für ein
Risiko.
Die Wissenschaftler verlangen, dass Richtlinien auf
biologischer Basis entwickelt werden, um die verschiedenen
physiologischen Bedingungen in Betracht zu ziehen, z.B.
Schwangerschaft, Neugeborene, Kinder und ältere Menschen. Das
neue Krankheitsbild der Elektrohypersensibilität, das nach
Schätzungen 2% der Weltbevölkerung betrifft und
funktionelle Behinderung, Minderung der Arbeitsproduktivität
und steigende nationale Gesundheitsausgaben bewirken kann, wird als
ein Beispiel für zu erwartende Schädigungen angeführt,
das weiterer Untersuchung bedarf. In den vergangenen paar Jahren
hat sich die ganze Welt in ein neues Informationszeitalter
verwandelt, das sich immer mehr auf drahtlose Kommunikation für
Sprach-, Daten- und Medienübertragung verlässt. Trotz der
unbestreitbaren wirtschaftlichen und sozialen Vorteile dieser
technologischen Innovation, haben es die Regierungen und die
Industrie bislang versäumt, durch unabhängige
Forschungsprogramme Gewissheit zu schaffen, dass die drahtlosen
Technologien sicher sind.
EMF-Energie wird während der
elektrischen Übertragung und Verteilung durch elektrische
Geräte, durch Radio- und Fernsehsendungen, Mobiltelefone,
drahtloses Internet und anderes mehr emittiert.
Die
Unterzeichner der Venedig-Resolution glauben, dass die Exposition
sogar schwacher Felder, die diese Technologien emittieren,
biologische Systeme angreifen können. Prof. Livio Giuliani,
der Sprecher der ICEMS, der auch als stellvertretender Direktor
einer Abteilung von ISPESL, des italienischen
Gesundheitsministerium für das Arbeitssicherheits- und
Schutzprogramms fungiert, hielt fest: „ Im Wesentlichen zeigt
unsere Forschung, dass nichtthermische EMF-Bio-Wechselbeziehungen
bewiesen waren, sowohl für niederfrequente Felder (ELF) als
auch für Hochfrequenzfelder.“ Diese Ergebnisse sind
nicht unerheblich und erfordern eine EMF-Risikobeurteilung, auch um
vor der potenziellen Gefährdung durch EMF in Bezug auf
Entwicklungen bei künftigen medizinischen Diagnostik- und
Therapeutikprogrammen zu schützen.
Als
Vorbeugungsmassnahme, empfehlen die Wissenschaftler tiefere
EMF-Exposition-Richtlinien und raten, dass Kinder und Teenager die
Benutzung von Handys und anderen drahtlosen Apparaten einschränken
sollen.
Die Internationale Commission on Electromagnetic
Safety ist eine gemeinnützige (non-profit Group) Gruppe von
besorgten Wissenschaftlern.
Die Venice Resolution kann
online auch über www.icems.eu
aufgerufen werden
Die
Venedig-Resolution [53 KB]
International Commission for
Electric Safety
Erfolgt auf den 6. ICEMS Workshop vom 17.
Dezember 2007.
Deutsche Übersetzung: Evi Gaigg,
Diagnose-Funk
Wie in der Benevento
Resolution vom September 2006 ausgeführt wurde, bleibt
unsere Besorgnis wegen der gesundheitlichen Effekte durch
elektromagnetische Felder auf Menschen bestehen. Auf dem 6. ICEMS
Workshop mit dem Titel „ Grundlagen zur Bioelektromagnetik:
Für ein neues Modell für Risikobewertung und
Risikomanagement“, diskutierten wir die
Elektrohypersensibilität, Veränderungen an der
Blut-Hirn-Schranke, Auswirkungen auf die Lernfähigkeit und
Veränderungen des Verhaltens, Veränderungen der Aktivität
von antioxidativen Enzymen, DNA-Schäden, biochemische
Wechselbeziehungen, biologische Schäden und Forschungsmodelle,
um diese Effekte zu bewerten.
Als Ergebnis davon sind wir
verpflichtet die Existenz von nichtthermischen Effekten
elektromagnetischer Felder auf das Leben zu bestätigen, welche
auf jeder Ebene der Untersuchung, von der molekularen bis zur
epidemiologischen, aufzutreten scheinen.
Eine dringende
Aufgabenstellung für internationale Forscher ist es, den
genauen Mechanismus nichtthermischer Wechselwirkungen zwischen
elektromagnetischen Feldern und Lebewesen aufzudecken.
Eine
zusätzliche Konsequenz wird die Erstellung von neuen
generellen Standards für den öffentlichen
Gesundheitsschutz sein. Wir, die wir an der Front dieser Forschung
stehen, regen eine ethische Vorgangsweise an, um
Expositionsrichtlinien festzulegen, welche die Gesundheit aller
schützen, eingeschlossen jener, die empfindlicher sind. Wir
anerkennen, dass weitere Forschung notwendig ist, um die kritischen
Expositionsparameter für Effekte und das Risiko für die
Exposition durch elektromagnetische Felder aufzudecken.
Die
Strahlungsschutz-Richtlinien für nicht ionisierende Strahlung,
wie sie von internationalen Standard-Organisationen empfohlen und
von der WHO unterstützt werden, sind unzureichend. Die
existierenden Richtlinien basieren auf den Resultaten von
Akut-Expositionsstudien und berücksichtigen nur thermische
Effekte. Wir brauchen eine weltweite Anwendung des
Vorsorgeprinzips. Zudem sollten neue Richtlinien entwickelt werden,
um die verschiedenen physiologischen Vorbedingungen zu
berücksichtigen, z.B. Schwangerschaft, Neugeborene, Kinder und
ältere Menschen.
Wir lehnen die Behauptung der
drahtlosen Kommunikationsindustrie, es gebe keinen glaubhaften
wissenschaftlichen Beweis, um auf ein Risiko zu schliessen, ab. Die
gegenwärtige epidemiologische Beweislage ist stärker als
vorher, was einen weiteren Grund dafür liefert, Vorsorge durch
niedrigere Expositions-Richtlinien in Übereinstimmung mit dem
Vorsorgeprinzip zu betreiben.
Wir wissen um das wachsende
öffentliche Gesundheitsproblem, das als
Elektrohypersensibilität bekannt ist; dass dieses Leiden sich
als starke Behinderung erweisen kann; und, dass dieses Leiden
dringend weitere Untersuchungen und Beachtung erfordert. Wir raten
dringend zur Einschränkung des Gebrauchs von Handys und
anderen ähnlichen Geräten durch Kinder und Teenager, und
wir richten einen Appell an die Regierungen, das Vorsorgeprinzip
als Zwischenmassnahme anzuwenden, bis biologisch relevantere
Schutzrichtlinien erarbeitet sind und zwar nicht nur bezüglich
der Absorption von elektromagnetischer Energie durch den Kopf,
sondern auch wegen der schädlichen Wirkungen von Signalen auf
die Biochemie, Physiologie und auf die elektrischen Biorhythmen.
Die
Venedig Resolution [389 KB]
Englische Fassung
Auf der Webseite zur Resolution, www.icems.eu
können weitere Sprachversionen als PDF runtergeladen
werden:
Official English version
Italian
version
French version
German version
Spanish version
Portuguese version
Hebrew
version
Chinese version
Turkish version
http://www.icems.eu/resolution.htm
Expertenverhalten zeigt reale Gefahr
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